Eine Lektüre für zwischendurch...

Jubiläumsturnfahrt 2021

Männerriege

Samstag, 18. September 2021

Männerriege



Samstag, 18. September

Weit und breit keine Milchkannen, dafür erwartungsvolle Turnerinnen und Turner des TV Töss an der Milchrampe, die sich für die Jubiläumsturnfahrt besammelten.
Der Zug brachte uns in einer ersten Etappe nach Zug. Dort wartete ein Schiff, das uns Kaffee trinkend und Gipfeli schmatzend in ruhiger Fahrt nach Arth brachte. Eine Nebeldeckel verhinderte die Sonne und die Sicht auf die umliegenden Berge. Die Plätze im Aussenbereich des Schiffs blieben frei.

Dem Lauerzersee entlang gings mit dem Linienbus an den Bahnhof Schwyz, und nach einer Flachetappe zu Fuss nach Brunnen besetzen wir das Restaurant Pluspunkt zum wohlverdienten Mittagessen.

Mittlerweile machte der Nebel der Sonne Platz. Gestärkt nahmen wir die 211 Höhenmeter nach Morschach unter die Füsse. Unsere Gruppe zog sich in die Länge aber alle erreichten den Aussichtspunkt mit einer phantastischen Aussicht auf den Vierwaldstättersee und die umliegenden Berge. Jetzt waren es nur noch Minuten in unsere Unterkunft.

Rasch wurden die Zimmer im Swiss Holiday Park bezogen und kurze Zeit später schwammen, planschten und schwaderten die Tössemer Turnerinnen und Turner im grossen Pool oder liessen sich auf einer Liege beblubbern. Heissbad, Kaltbad, Sauna, Wasserrutsche, usw. All das stand zu Verfügung und konnte benützt werden.

Apéro um halb sechs auf der Terrasse an der Abendsonne. Jetzt zeigte sich wer dazu gehört. Nur einer schaffte es nicht unser Jubiläumsshirt überzustreifen. Der Frust war ihm anzusehen. Wie ein Fremdling muss er sich vorgekommen sein. Aber die Kameraden nahmen es ihm nicht allzu übel.

Es ist ja unglaublich, was dieser Swiss Holiday Park alles bietet. Eine Beschreibung der Angebote würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Nach dem Nachtessen beim Italiener mit Spagettiplausch und div. Pizzen ging der Abend mit einem sog. „Challenge“ weiter. In gemischten Vierergruppen galt es verschiedene Aufgaben zu lösen. Wir wurden physisch und mental Herausgefordert. Und wie sich einige ins Zeug legten. Man sah rauchende Köpfe und sogar körperliche Verletzungen. Einer, z.B. zeigte so viel Einsatz, dass er durch die Zentrifugalkraft beim Rundtischtennis vom vorgegebenen Kurs abkam und mit einem Pfosten kollidierte, - und zu Boden ging.
Dass man beim Billardspiel das Handgelenk verletzen kann ist auch schwer nachvollziehbar, hat sich aber zugetragen. Ich hatte den Eindruck, dass die Frauen generell besser abschnitten, sei es beim Dartspiel, Bowling oder Memory.

Geistig und körperlich am Rumpf, aber mit einem verdienten Getränk vor uns lauschten wir gespannt der Rangverkündigung. Gratulation den Siegern. Verlierer gab es keine. Wir alle hatten unseren Spass.

Gar nicht so einfach erwies es sich im Anschluss meine Schlafkoje zu finden. All die Gänge, Türen und Passagen, und kein Mensch den man fragen könnte. Zuzüglich des Frustes, wenn man sich nach 10-minütigen Irrgang (geschätzt) wieder am gleichen Ort befindet.

 

Sonntag, 19.September

Totaler Wetterumschlag am nächsten Morgen. Die Wolken hingen tief und der Himmel weinte bis am Abend.

Dem Frühstücksraum, etwa die Grösse einer Doppelturnhalle, ist die Frühstücksbuffethalle angegliedert. Das Buffet lies keine Wünsche offen und das morgendliche Einlauftraining war auch schon erledigt.

Einem Blindflug gleich brachte uns die Luftseilbahn auf den Stoos. An die geplante Wanderung vom Klingen- auf den Fronalpstock dachte keiner. Die von Heinz organisierten Alternativen kamen gut an. Ein Blick hinter die Kulissen der neuen und einmaligen Stoosbahn. Riesige Motoren sorgen dafür die einzigartigen Kabinen mit 18km/h die steile Bergstrecke zu bewältigen. Herr Müller verstand es die komplizierte Technologie an Hand von Modellen uns Seilbähnli Laien verständlich zu machen.

Gut bürgerlich gegessen (Hackbraten – Härdöpfelstock – Gemüse oder Älplermagronen) traten wir am Nachmittag zum Stoos Rundgang mit Herrn Schuler an. Viel geschichtliches und Geschichten hatte der ehemalige Lehrer auf Lager. Der auf dem Stoos hängen gebliebener Schulmeister legte auch all seine Ämter und Funktionen in den Vereinen auf dem Stoos offen.

Interessant z.B. wie auf dem Stoos bis in die 70-er Jahre Abfall entsorgt wurde. Man kippte alles einfach ein Tobel, genannt “Höll“ hinunter. Es brauchte ein Unwetter, das den Inhalt der Stooser Deponie bei Brunnen in den See spülte. Logisch, dass auf dem Stoss eine etwas andere Form der Abfallentsorgung gefunden werden musste. In der Vergangenheit gab auch die Wasserversorgung immer wieder Schlagzeilen. Die skurrile Geschichte vom Wassermangel in den 70-ern und zuletzt 2017 als Skifahrerinnen und Skifahrer an Durchfall und Erbrechen erkrankt waren.
Der Stoos ist auch ein Austragungsort von Skirennen (FIS) und Schwingfesten. Im “Chappeli“, das den Abschluss des Stoss Rundgang bildete konnten sich unsere, vom Schirmehalten ermüdeten Arme erholen.

Die steilste Standseilbahn der Welt, deren Technik wir ja nun kannten, brachte uns sicher und schnell ins Tal. 1x Bus und 2x SBB beförderten uns wohlbehalten nach Winterthur zurück.

Die Turnerinnen Barbara, Brigitte, Daniela, Selina, Pamela und die beiden Tanjas und Silvias, bereicherten die sonst männerlastige Turnfahrt. Zusammen mit ihnen genossen wir Männerturner und Faustballer die zwei ereignisreichen und geselligen Tage.

Wer das Reiseprogramm anschaut sieht sofort, da steckt sehr viel Arbeit und Vorbereitungszeit dahinter. Dazu kommen die witterungsbedingten Programmänderungen. All das meisterte unser Organisator und Tourenleiter in seiner ruhigen und professionellen Art. Vielen Dank Heinz!!!

Turi Schweizer

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