Faustballriege

Turnfahrt 2015 Männer- und Faustballriege

Faustball-Weltmeisterschaft 2019

Freitag, 18. September 2015

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Grau, feucht, nicht sehr einladend, präsentierte sich der Himmel am frühen Freitagmorgen des 18. September 2015. Zur alljährlichen Turnfahrt trafen sich 17 Männerriegler- und Faust-baller um 07.10 Uhr beim hinteren Kiosk im Bahnhof Winterthur. Die zweitägige Turnfahrt wurde von Rolf Steck (mit Kollege Jörg Moor) organisiert und geplant. Sie führte uns am ersten Tag, ausgehend von Boudry durch die Areuseschlucht ins Val de Travers. Am zweiten Tag stiegen wir auf zum Creux du Van.

Rolf verteilte uns die Kontrollmarken und erklärte, dass im Zug auf Gleis 3, im zweithintersten Wagen reserviert sei. Um 07.25 Uhr verliessen wir Winterthur Richtung Zürich, Neuenburg bis nach Bole. Kaum hatten wir es uns in den Sitzen gemütlich gemacht, machten sich auch schon einige Spender bemerkbar. Ernst G. verteilte selbst gezogene Traubentrappen zum Essen, etwas später kam Jörg M. mit Rosewein und Salzgebäck vorbei, was wir natürlich auch nicht ausschlagen konnten und zum Abschluss verteilte René M. Faustfleisch und Brot. Vermutlich waren das Auswirkungen auf den Hinweis im Programm „Achtung: kein Wägeli mit Kaffee im Zug“. Vielen Dank den Spendern. Was noch mitzuteilen ist: René war das erste Mal an einer Männerriegen-Turnfahrt, war also das Wanderküken. In Zürich stieg noch Fritz W. dazu. In Bole, anfangs des Val Travers verliessen wir die Regionalbahn. Zuerst folgten wir dem abwärts verlaufenden Wanderweg Richtung Boudry. Im Restaurant „Cafe du Pont“ in Boudry wurde eingekehrt, die Faustballriege spendierte Kaffee und Gipfeli. Um 11.00 Uhr verliessen wir die Beiz und folgten dem Weg der links Richtung Areuseschlucht verlief.

Das Flüsschen zeigte uns seine ganze Energie, am Vortag musste es stark geregnet haben. Spätestens jetzt wurde allen klar dass das Flüsschen wohl in der Lage ist, sich in die Juraketten einzufressen und an einigen Stellen eine tiefe Schlucht zu

bilden. Auf dem Weg durchwanderten wir zahlreiche Treppen, Stege und Brücken flankiert von eindrücklichen Felsformationen. Oft wurde angehalten um der tosenden Wassermassen zuzuschauen. Pünktlich nach zwei Stunden erreichten wir Champs Moulin. Im Restaurant war reserviert und gedeckt für uns.

Eine flinke Kellnerin bediente uns und schon bald löschten wir unseren Durst und genossen das feine Mittagsmenue. Zum Essen gab es geschnetzeltes Poulet Fleisch, Reis und Gemüse.

Nachdem einige noch ihre Supplements, Dessert oder Schnäpse genossen hatten, setzten wir unsere Wanderung fort. Das Tal war jetzt mehrheitlich etwas breiter und die Sonne zeigte sich zögerlich. Am späteren Nachmittag erreichten wir den Bahnhof von Noiraigue. Die kurze Zeit bis der Zug kam wurde individuell überbrückt, zum Beispiel mit einem kleinen Bier in der L‘ Auberge de Noiraigue, gegenüber dem Bahnhof.

Mit dem Regionalzug fuhren wir dann nach Couvet, unserem Übernachtungsort.

Nachdem alle im Hotel de l’Aigle angekommen waren wurden die Zimmer bezogen. Bis zum Nachtessen wurde dann die Pause verschieden genutzt, mit Duschen, Schlafen, Ausspannen, Apero etc. Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt erschienen alle wieder zum Nachtessen. Das Essen war wiederum vorbestellt: Suppe, Nudeln, Braten und Dessert. Normalerweise zieht jeweils der Wanderleiter im Laufe des Abends den Turnfahrtbetrag ein. Doch heute übernahm Heinz R. diese Aufgabe. Rolf hatte das Kollektivbillet irgendwo verloren. Er war jetzt unterwegs zu einem Bahnhof, um dieses Missgeschick wieder in Ordnung zu bringen.

Im Laufe des Abends bat uns der Wirt, aus organisatorischen Gründen, den Tisch zu wechseln. Wir bestellten mehrheitlich Alkoholhaltiges um den Abend würdig ausklingen zu lassen.

Nach einiger Zeit tauchte Rolf wieder auf und erzählte uns, dass er mit dem Zug nach Fleurier gefahren sei und ein Ersatzbillet kaufen musste. Aus Frust oder Erleichterung bestellte er sich ein grosses Bier und genoss es sichtlich. Kurze Zeit später kam der Wirt und übergab Rolf das vermisste Billet. Er erklärte, dass dieses auf dem Anmeldepult liegengeblieben sei, und er erst jetzt wieder daran gedacht habe. Das war zu viel für Rolf und er bestellte gleich noch ein zweites grosses Bier. Gegen Mitternacht endete der Tag für die Meisten.

Mit einem reichhaltigen Frühstück starteten wir in den zweiten Tag. Unsicherheiten gab es nur im heissen Wasserbadgefäss. Einige verloren die Kontrolle über ihr hart gekochtes Morgenei, weil sie nicht mehr wussten welches ihres war. Um 08.30 Uhr war dann Treffpunkt am Bahnhof Couvet. Mit dem nächsten Zug fuhren wir wieder nach Noiraigue zurück. Heute war ja geplant, rund um den Creux du Van zu wandern. Das Wetter spielte mit uns. Regen-und Trockenphasen wechselten sich in unregelmässigen Abständen ab. Das hiess für uns: Regenschutz an - Regenschutz ab etc. Kurz nach neun Uhr starteten wir auf 730 m.ü.M. Der Wanderweg führte nach einem flacheren Stück Wiesland, dann durch steileres, bewaldetes Gebiet. Nach einer knappen Stunde erreichten wir das Restaurant de la Ferme Robert, das auf 972 m.ü.M. liegt. Wir machten es uns drinnen gemütlich und genossen die verschiedenen Getränke. Um elf Uhr ging’s dann weiter. Es waren ja noch vierhundert Höhenmeter zu überwinden bis zur wohlverdienten Mittagspause. Mit grossem Hunger trafen wir dann nach gut anderthalb Stunden bei der Alpwirtschaft La Grand Vy ein. Nur Jörg M. und zwei unerfahrene Kollegen (Paul und Heinz), die seine jeweils hinterlistige Routenwahl noch nicht kannten und sich auf ihn verliessen, wälten eine steilere und kürzere Variante. Nach der Trockenlegung unserer V-Körper mit neuer Wäsche, nahmen wir dann im

reservierten Stübli platz. Die Bedienung, eine junge, rassige und sympathische Pariserin mit wohlwollenden Körperformen verteilte die Menükarten und nahm die verschiedenen Essenswünsche entgegen. Manch ein Wanderauge verweilte und genoss die interessante Umgebung etwas intensiver. Wir mussten uns nicht lange gedulden bis der Koch seinen Job erledigt hatte und durften schon bald die feinen Speisen entgegennehmen und geniessen. Abschliessend, um den Kalorienverlust wieder etwas auszugleichen oder, um sich noch etwas zu verwöhnen, genossen die Meisten noch Dessert oder ein Gläschen Schnaps.

Um viertel nach Zwei setzten wir unser Vorhaben fort. Jetzt war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Felsenkessel des Creux du Van. Bei der Felskante angekommen, waren wir sehr beeindruckt. Die wuchtige senkrecht abfallende Felswand, wahrscheinlich fast zwei hundert

Meter hoch, lag vor uns. Nach kurzem Innehalten wanderten wir weiter, entlang der Felskante westwärts und stiessen schon bald auf eine Gruppe junger Steinböcke. Sie hatten sich beidseitig vom Weg zum fotografieren hingestellt. Gerne nahmen wir dieses seltene Angebot an. Nach kurzer Zeit erreichten wir den höchsten Punkt Le Soliat 1463 m.ü.M. Nach einstündigem Abstieg, der Weg war nass und sehr rutschig, gelangten wir nach les Oeillons. Hier machten wir in einer unordentlichen, schmudeligen Alp Beiz eine kurze Bier-oder Trinkpause, bevor wir das letzte Teilstück, hinunter bis zum Bahnhof Noiraigue, in Angriff nahmen. Um 17.48 Uhr stiegen wir in die Regiobahn und fuhren bis nach Neuenburg. Von hier aus brachte uns die SBB via Biel, Solothurn und Zürich wieder nach Winterthur. Während der Heimfahrt war nochmals genügend Zeit, den übriggebliebenen Proviant zu essen oder die letzten Bierdosen zu leeren. Es war eine interessante und abwechslungsreiche Turnfahrt, an die man sich sicher noch lange gerne zurückerinnert. Vielen Dank an Rolf und Jörg für die gelungene und gut organisierte Turnfahrt.

 

Geschrieben von dem, der auf der Rückseite der Kontrollmarke „gewonnen“ hatte.

Martin Wolfer