Turnfahrt zum Dreiländereck 2016

Turnfahrt 2017 "Luzern Brunnen Schwyz"

Frauenriege

Samstag, 26. August 2017

Frauenriege



 

Dieses Jahr waren wir nur einen Tag unterwegs. Schon an der letzten Riegenversammlung entschieden wir uns für Schwyz. Edith hatte einen Vorschlag auf die Rigi, der dann abgelehnt wurde. Auch mein Ziel Hof Weissbad als kulinarischer Höhepunkt fand keinen Anklang. So blieben wir bei Schwyz und ich machte mich an die Organisation. Ich wusste nicht was mich da erwartete.  An einem schönen Sonntag setzte ich mich in den Zug und fuhr nach Schwyz. Ich lief den Leuten nach und sah, dass die in einen Bus stiegen. Ich dachte, ich bin gut „guet z’fuss“ und schlenderte durch die Strassen beim Bahnhof. Ich fand einfach den berühmten Dorfplatz nicht. So entschloss ich mich nun doch der Hauptstrasse nach zu gehen und siehe da nach einem Fussmarsch von ca. 25 Min fand ich den Dorfkern. Ich schaute mich nach den Unterkunftsmöglichkeiten um und stellte fest, dass es nur ein Hotel gab in Schwyz. Zurück zum Bahnhof nahm ich dann den Bus.

 Ich entschloss mich für einen Besuch im Tourist Office vor Ort und um mich beraten zu lassen. Also besuchte ich ein weiteres Mal diesen Flecken. Es stellte sich heraus, dass an diesem Wochenende alles weit und breit ausgebucht war wegen vielen Anlässen. In Brunnen bot man mir noch 6 Betten im Hotel und 4 Betten in einer Wohnung an. Das Hin und Her Brunnen Schwyz, Schwyz Brunnen wäre kompliziert gewesen und das Schlafen unbefriedigend. Mit diesen Fakten gab es nur eines. Hotel absagen und nur einen Tag verreisen. Alice anerbot sich, nun die verbilligten Tageskarten zu besorgen.

Endlich konnte ich nun den Tagesablauf planen und so reservierte ich Plätze im direkten Zug nach Luzern schon fast 2 Monaten vor der Abreise. Auch auf dem Schiff bestellte ich für uns Frauen Kaffee und Gipfeli weit im Voraus. Nur mit dem Mittagessen in Brunnen wollte es wieder nicht klappen. Ein Grossanlass war der Grund.

Das war die Vorgeschichte und am 26. August war es dann endlich so weit.

Wir trafen uns alle beim Stadttor. Die Plätze im 2. hintersten Wagen wurde mir schon um 05.02 per SMS mitgeteilt. So konnten wir gemütlich nach Luzern reisen. Auf dem Weg zum Schiff, beim Überqueren des Bahnhofplatzes bekamen wir noch von jungen Bauern Äpfel, Rüebli und Eier als Abstimmungspropaganda.

 Auf der „Uri“ dem ältesten Dampfschiff auf dem Vierwaldstättersee war zu unserem Erstaunen ein kleiner Salon für uns reserviert. Wir waren also ganz für uns allein und genossen den feinen Kaffee und den Gipfel dazu. Volle zwei Stunden dauerte die Fahrt. Wir schauten links und rechts und beobachteten die vielen Leute die Ein und Ausstiegen. Auch der blitzblanke Schiffsantrieb made bei „Sulzer Winterthur“ war sehenswert. In Brunnen angekommen wollte uns ein Carchauffeur mitnehmen. Sein Ziel wusste ich nicht. Ich lehnte die Fahrt ab und er meinte er hätte uns gerne mitgenommen. Wir sahen ihn dann später mit der richtigen Gruppe. In Brunnen war ein Grossanlass “Brunnen kocht“. Die ganze Hauptstrasse war gesperrt. Es standen unzählige Tische und Bänke mitten auf der Strasse und den Häusern entlang Stände wo gekocht wurde. Man hätte sich mit grossem Hunger durch die vielen Angebote durchessen können. Wir schlenderten durch die Leute zum Bahnhof, weil ja auch unser Bus nach Schwyz nicht durchfahren konnte. Pünktlich zum Mittagessen trafen wir dann auf der Terrasse Café Haug ein. Auch hier stand wie abgemacht ein grosser Tisch unter dem Sonnenstore bereit und wir konnten frei unser Menu bestellen. Wir wurden schnell und freundlich bedient mit grossen Portionen. Nach dem Essen blieb uns noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durchs Dorf.

Um 15.00 Uhr trafen wir Frau Affolter die uns zuerst kurz durch das Bundesbriefmuseum (eröffnet 1936) führte. Im ersten Abschnitt ging es um die Bedeutung des Mythos Rütlischwur, Tellgeschichte, (die es ja auch in anderen Länder so gibt), Bilder über die Schlacht am steilen Hang von Morgarten oder ein Bild vom sterbenden Winkelried. Das Zentrum der Ausstellung bildet der Bundesbrief von 1291, die Gründungsurkunde der Eidgenossenschaft. Daneben gibt es viele Dokumente über Bündnisse der Eidgenossenschaft und zahlreichen Konflikten und Kompromisse im Mittelalter wie die Schlachten von Morgarten und Marignano.  Sie betonte, dass alle ausgestellten Dokumente echt sind, geschrieben in Latein oder Deutsch und mit Siegel versehen. Nicht immer waren alle Stände einverstanden, das sieht man an der Anzahl der Siegel die angehängt wurden. Augenzwinkernd erzählte sie auch, dass nicht alle Daten stimmen es könnte auch 1307 gewesen sein mit der Gründung. Auch einige alte rote Fahnen hingen an einer Wand mit dem kleinen Kreuz von Schwyz oder in der linken Ecke oben mit einem Heiligenbild. Diese Fahnen dienten als Treffpunkt von      Überlebenden nach einer Schlacht.

 

Nach dem Besuch im Museum führte uns Frau Affolter am Kapuzinerkloster vorbei durch die Herrengasse zur Kirche St. Martin. Dort in der Kühle der Kirche vernahmen wir kurz etwas über die Geschichte von Schwyz. Die Kirche wurde mehrmals neu gebaut.  Schwyz ist ein Flecken mit Marktrecht, hat aber kein Stadtrecht, weil es keine befestigte Stadtmauer gab. Der Name Schweiz wurde wahrscheinlich vom Ortsnamen Schwyz abgeleitet.  Es gab einige Klöster im Dorf. Nur die Knaben durften zur Schule. Die Mädchen mussten nach Ingenbohl. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich das Söldnerwesen und Abenteuerlust aus Armut und wirtschaftlichen Gründen. Hunderte von Männern zogen unter dem Banner Schwyzer Söldnerführer in fremde Kriege. Zeugen von diesen reichen Söldnerführern sind die 30 Herrenhäuser verteilt in ganz Schwyz, teilweise noch in Privatbesitz. Auf dem Vorplatz der Kirche sahen wir auf den Hauptplatz von Schwyz mit dem markanten bunt bemalten Rathaus. (nur auf zwei Seiten) Das Hauptbild zeigt die Schlacht von Morgarten 1315. Nach dem Dorfbrand wurde der Dorfkern neugestaltet, nicht mehr so nah gebaut und keine Holzhäuser mehr.

 Nach einem kurzen Marsch kamen wir zur Ital Reding-Hofstatt. (Baujahr 1609) Innerhalb der Einfassungsmauer befindet sich das Patrizierhaus mit schönem Garten und Gartenlauben für die edlen Damen die keine Sonne an ihre Haut lassen wollten. Auch der Gartensaal fehlte nicht wo jeweils Feste gefeiert wurden. Auch gab es einen Brunnen beim Haus, dass man für die Wäsche nicht unter das Volk an den Dorfbrunnen musste. Daneben waren Stallungen und Unterkünften für die Söldner. Im gleichen Areal findet sich auch des Bethlehemhaus erbaut 1287, gilt als eines der ältesten Holzhäuser der Schweiz. Diese Häuser kann man besichtigen, wenn man einmal Zeit und Lust hat dafür.

Einige Schritte weiter kamen wir zur „Metzghofstatt“. Auf dem Vorplatz des Archivturmes der um 1200 erbaut wurde war auch der Ort der Landesmetzgerei die viel Wasser brauchte. Dort war auch der Dorfbrunnen wo die Wäsche gewaschen wurde. Nach der Überlieferung, wäre es dort immer sehr laut gewesen. Die Mägde konnten in diesem Hof die Wäsche aufhängen zum Trocknen und bei Regenwetter im Tanzsaal des Rathauses. Hier endete unser Rundgang. Mit viel Applaus verabschiedeten wir unsere Führerin.

Im Eilschritt suchten wir nochmals das Café Haug auf und bestellten Coups und Patisserie. Leider konnten wir nicht mehr so lange sitzen bleiben. denn um 17.00 war Ladenschluss. So beschlossen wir zu Fuss zum Bahnhof zu gehen statt noch lange im Dorf zu bleiben, da ja alles schon geschlossen war.

Mit der S2 von Schwyz nach Zug und der S24 von Zug nach Winterthur konnten wir gemütlich die Heimreise in Angriff nehmen. Um 20.15 endete unser Tag. Ich hoffe meine Mitreisenden sind nicht zu arg enttäuscht, weil es nur einen Tag war.

Margrit Benz

Einen herzlichen Dank für die tolle Organisation

Fotos